Heute haben wir uns mal wieder ein Auto geliehen und waren zusammen mit Chris den ganzen Tag shoppen in Santa Cruz (ach, das hab ich noch gar nicht geschrieben: Chris ist vor 2 Wochen in die Wohnung neben uns gezogen. Wir haben hier jetzt sowas Haus-Komunen-maessiges, ist ganz lustig aber manchmal auch bissi nervig). Wir haben uns eingedeckt fuer das deutsche Klima: Oli mit 2 langen Hosen und ich mit 2 Pullis.
Auch hier sieht man wieder wie sehr ein Auslandsaufenthalt Menschen veraender kann: Oli ist zum schnoeseligen Frat-boy geworden, ich hingegen ein supercooles Surferchick :-) Haha, aber nur fuers Foto, keine Sorge…
Sonst hatten wir die letzten paar Tage auch eine schoene Zeit. Am Sonntag war im Gottesdienst
eine Kindersegnung (fuer die, die das wundert: in den meisten Kirchen, die keine Landeskirche sind, werden Kinder nicht getauft sondern gesegnet. Der Grund dafuer ist, dass diese Kirchen so bibeltreu wie moeglich handeln wollen. Laut Bibel ist der Sinn einer Taufe die Besiegelung dessen, dass man sich bewusst dafuer entschieden hat sein Leben mit und fuer Gott zu leben. Als Baby ist man zu so einer Entscheidung ja noch gar nicht in der Lage, deswegen werden Babys nicht getauft. Da man den Eltern allerdings nicht die Freude eines weiteren Festes und den damit verbunden Geschenken nehmen moechte :-) werden die Kinder gesegnet. Das wiederum ist biblisch belegbar, z.B. in Matthaeus 19,13-15 wo Jesus die Kinder segnet).
Die Familie war vorne, das Baby wurde gesegnet und dann durften die Eltern noch ein paar dankende Worte sagen. Ich dachte ich haette mich verhoert, aber tatsaechlich haben sie die gesamte Gemeinde (und die zaehlt immerhin 400 Leute) zum Paella essen hinterher eingeladen. Das war sehr cool! Die Familie besitzt naemlich das groesste Billiardcenter auf der Insel und dort haben wir gefeiert. Man schliesse die Augen und stelle sich vor: ein grosses Gebauede direkt am Yachthafen von Las Americas, das oberste Geschoss ist kreisfoermig gebaut mit einer grossen Kuppel, aehnlich einem Zirkuszelt, alle Fenster ringsherum, die zum azulblauen Meer raus gehen, sind offen und lassen eine frische Brise durch den riesigen Raum ziehen, bunt durch den Saal verteilt stehen Billiardtische, Dartscheiben, Tischfussballspiele und viele Leute rum, die das Leben und seine netten Ueberraschungen geniessen, draussen wird unter einem schattenspendenden Zelt eine 2 Meter grosse Paellapfanne aufgebaut in der das leckerste Paella, das man sich vorstellen kann gekocht wird, die eiskalte Cola dazu ist auch nicht zu verachten und nachdem man sich den vor Hunger knurrenden Magen schoen voll gestopft hat mit der koestlichen Huehnchen-Fisch- Shrimps-Paella quatscht man noch mit ein paar netten Leuten und guckt auf einer Grossbildleinwand die romantisch kitschige Disney Verfilmung von dem “Doppelten Lottchen” mit Happyend an. Hach, ein schoener Tag :-)
Der Montag war auch sehr nett. Wir waren mit den Leuten vom Surfcafe hier in der Naehe (El Medano) den Tag am Meer verbringen. Dort gibt es zwar keinen Strand, aber dafuer ganz viele kleine natuerliche Pools, dort wo die Hoehlen im Lavagestein vom Meer aufgefuellt werden. Es gibt kleine Tunnel durch die man durchtauchen kann (wenn man sich das traut – ich also nicht :-), kleine Hoehlen und vor allem viiiiiiiiiieeeeeeeeel Sonne. Ich habs mir mit meinem Buch gemuetlich gemacht waehrend die Jungs plantschen waren. Der eine Pool hat ihnen besonder viel Spass gemacht. Dort war so ein unterirdischer Tunnel ins Meer rein und immer wenn eine Welle kam, ist das Wasser im Pool 1-2 Meter hoeher gegangen. Wenn die Welle dann wieder vom Meer zurueckgezogen wurde, wurde auch das Wasser wieder aus dem Pool rausgesaugt. Nachdem sich die Jungs dort ziemlich lange und laut vergnuegt hatten, dachte ich, dass es mir ja vielleicht auch Spass machen wuerde. Ich schnapp mir also eine Taucherbrille und stuerze mich in die Fluten. Der Spass blieb aus, bei mir hat sich nur Panik eingestellt. Wenn das Wasser hoch kam wurde man quer durch den Pool gespuelt weil der Druck vom Wasser so stark war. Ging das Wasser dann wieder zurueck, passierte das gleiche nur in die andere Richtung: man wurde mit dem Wasser Richtung Meer gesaugt – nur dass da erst noch der meterlange, wassergefuellte Tunnel kam. Ich also kurz vor dem Herzinfarkt vor Angst, dass ich da rein gesaugt werde und ertrinke. Bei jedem Mal wenn das Meer mich rausgezogen hat bin ich also, vom Adrenalin angetrieben, um mein Leben geschwommen, weg von dem Tunnel, nur um dann von der naechsten Welle, die in den Pool schwappt, quer durch den Pool geschwemmt zu werden, voellig ohne Kontrolle ueber Geschwindigkeit oder Richtung. Der pruefende Blick durch die Taucherbrille nach unten hat auch nicht wirklich beruhigt: alles voll mit Seeigeln am Boden und den Seitenwaenden. Nach 5 Minuten Kampf um mein Leben hat der Oli dann auch bemerkt, dass ich nicht wirklich so viel Spass hatte und hat mich gerettet. Wow, das Leben in der Grossstadt ist schon irgendwie sicherer…
Naja, nach dem Erlebnis hab ich mich dann wieder leise mit meinem Buch zurueckgezogen und den Jungs ihren Spass gelassen. So hatte ich dann auch noch einen schoenen Tag.
Hier noch 2 Fotos davon:
Soviel zu den neusten Erlebnissen. Jetzt geh ich mal was essen.
Sophia



Waaah. Horrorvorstellung. Von Wellen in den Tunnel und gegen die ganzen Seeigel gepresst zu werden…
hat der oli etwa abgenommen…….oder ist das t-shirt so groß gekauft :-) ?
Hört sich echt witzig an. Von Wellen irgendwo durchgesaugt zu werden…
ich freu mich schon drauf mit euch einen netten Chai trinken zu gehen, wenn ihr wieder da seid (Ihr dürft dann natürlich auch Kaffe trinken, wenn ihr das lieber wollt)