Am Montag hatte ich meine erste Tauchstunde. Da Oli ja schon so viele Hobbies hat und ich mich teilweise langweile weil er so beschaeftigt ist, bin ich ja schon seit laengerem auf der Suche nach (neuen) Hobbies. Wenn man so nah am Meer wohnt, liegt das Tauchen ja relativ nahe :-) Vor allem weil ich schon immer Fische liebe. Ich habe mich also angemeldet zu einem PADI Open Water Diving Course, habe die DVD mit den Lessons geschaut, das dicke Buch mit den Anweisungen und Tipps gelesen und habe mich auf zu meiner ersten Stunde gemacht. Der Oli war bei all dem dabei. Er hat interessiert das Buch gelesen (seit ich den Oli kenne, und das sind schon ueber 8 Jahre, hat er noch NIE ein Buch gelesen), gespannt die DVD geguckt und als sein Dackelblick immer unertraeglicher wurde, habe ich gesagt, dass es OK ist wenn er den Kurs mitmacht…
Das Tauchen war lustig. Erst mal hat uns der Yaci, unser Lehrer, beigebracht, wie man die Ausruestung zusammensetzt und anzieht. Ich hatte ja keine Ahnung wie schwer so was ist! Als wir den Tank an die Weste und Schlaeuche angeschlossen hatten konnte ich das Zeug kaum noch heben! Dann haben wir uns auf zum Hafen gemacht und sind ins Wasser gewatet. Das erste Mal durch die Flasche atmen (noch ueber Wasser) war schrecklich. Ich dachte ich wuerde ersticken, dachte ich muesste den Kurs abbrechen. Ich hab irgendwie so ein komisches Ding mit dem Atmen. Da bin ich ganz empfindlich, ich kanns nicht haben wenn man mir an den Hals fasst oder wenn die Luft knapp wird. Als Kind hab ich meiner Schwester mal aus Versehen so fest an den Hals geschlagen, dass sie nicht mehr atmen konnte (wirklich aus Versehen! :-). Ich hatte so eine Angst, dass ich raus gerannt bin, vor der Haustuer gestanden hab und nicht wusste, was ich machen soll. Nach ein paar Minuten bin ich dann wieder reingeschlichen und hab geguckt ob sie wieder atmet oder erstickt auf dem Boden liegt. Es ging (und geht ihr immernoch) gut… Aber seitdem ist mein Verhaeltnis zum Atmen etwas gestoert. Jedenfalls war ich dort beim Tauchen sehr froh, dass der Oli den Kurs nun doch mitmacht. Er hat mich beruhigt und mir Mut gemacht, und letzten Endes hab ich mich dran gewoehnt, dass die Luft durch die Maske halt ein bisschen spaeter im Mund ankommt als normale Luft. Unter Wasser haben wir dann einige Tauchuebungen gemacht. Z.B. unter Wasser die Taucherbrille ausziehen, wieder anziehen und das Wasser aus ihr rauspusten, was man macht, wenn einem die Luft ausgeht oder wenn das Mundstueck aus dem Mund rausrutscht. Ausserdem natuerlich die Balance halten im Wasser. Das ist gar nicht so leicht wie es in den Tauchfilmen immer aussieht! Erstmal war ich etwas ueberrascht, als Yaci mir einen Gurt mit 8kg Bleikugeln gab, den ich umziehen sollte. Also, ich hab um die Hueften rum ein wenig zugenommen, aber dass das wirklich so auffaellig ist… Es stellte sich dann heraus, dass es nicht meine Fettreserven sind, die mich oben treiben lassen, sondern der Neoprenanzug. Echt erstaunlich, denn die 8kg Blei + der sauschwere Tank haben noch nicht mal gereicht mich im Wasser richtig runter zu ziehen. Leider hatten wir nicht genug Gewichte mit am Strand, deswegen bin ich die ganze Zeit im Wasser rumgeeiert. Stellt euch einfach vor, ihr werdet vom Auftrieb des Neoprenanzug nach oben, von eurem Tauchlehrer nach unten, von dem schweren Tank nach hinten und von eurem Mann nach vorne gedrueckt, gezogen und gezuppelt und versucht selbst in der Mitte irgendwie ein Gleichgewicht zu finden… Irgendwann wusste ich gar nicht mehr wo oben und unten war. Aber es hat trotzdem Spass gemacht.
Naechstes Mal fahren wir sogar schon mit dem Boot aufs Meer raus, machen ein paar Uebungen und gehen dann bis auf 10m runter. Wenn wir den Kurs abgeschlossen haben, duerfen Oli und ich ohne Tauchlehrer selbst Tauchgaenge planen und durchfuehren und bis 18m runter tauchen. Das ist schon sehr cool, hier gibt es naemlich einige Tauchgelegenheiten bei Las Galletas. Eine Grotte, ein versunkenes Schiff, einen gelben Berg unter Wasser und dann noch die Riffe mit den vielen Fischen.
Ich hab mich leider ein bissel erkaeltet, deswegen haben wir nicht wie geplant am Dienstag schon weitergemacht. Aber sobald meine Nase wieder frei ist (damit man Druckausgleich machen kann) geht der Kurs weiter. Ich freu mich schon!
Es hat aber auch etwas Gutes, dass wir nicht die ganze Zeit unter Wasser sind. Elli und Jo sind naemlich angekommen und so haben wir auch ein wenig Zeit fuer die beiden. Gestern waren wir mit einem Mietauto Grosseinkauf machen und dann in Las Americas shoppen. Oli wollte eigentlich surfen, aber es war so windig, dass es gar keine Chance gab ins Wasser zu gehen. Wir wurden an Land schon fast umgeweht.
Es ist schoen, Freunde hier zu haben. Vorher war es doch sehr einsam und ich merke wieder einmal, dass Freundschaften eins der wichtigsten Dinge im Leben sind. Aber auch hier fangen Sachen an sich langsam zu einem besseren zu entwickeln. Die Leute aus dem Surfcafe sind richtig nett, wir haben jetzt Telefonnummern mit einigen ausgetauscht und wurden schon eingeladen, zu all ihnen ins Surfcamp zu ziehen. UND die sprechen sogar Spanisch! Ich seh wieder Hoffnung, dass wir hier doch noch ein wenig die Sprache lernen…
Sophia