Category Archives: Lebensverschönerung

Lebenszeichen

Wir leben noch, und zwar jetzt in Wiesbaden.

Der Umzug ist überlebt, war extrem stressig und nun hausen wir hier in der Hallgarter Straße 10 zwischen Kisten, Farbeimern und den schönen Stuckdecken.

Ich hab viel zu tun, wenig Nerven und Muse zum Blogschreiben, deshalb endet dieser Eintrag schon hier.

Wenn ich herausfinde wie man mit dem iPhone Fotos bloggen kann, werde ich ab und zu Impressionen vom derzeitigen Alltag posten.

Große Ereignisse…

…werfen ihre Schatten voraus. Heutiger Schatten:

Der wunderschöne Abschiedsblumenstrauß, den wir am Sonntag bekommen haben als wir aus unserer Gemeinde verabschiedet wurden.

blumenstrauss

Und ja, meine Haare sind wieder mal kürzer geworden…

Vor 6 Jahren

Wedding

Mehr Fotos auf unserer Hochzeitsseite.
:-)

Die Frau als Krone der Schöpfung

Während ich in den letzten Monaten ja quasi an den Schreibtisch gefesselt war um mich auf Prüfungen vorzubereiten, habe ich meinen Drang nach Freiheit in einer Liste mit dem Titel “Dinge, die ich nach der Uni endlich tun kann” ausgelebt. Hier wurde in typisch listenfanatischer Ordnung alles aufgeschrieben, was ich damals gerne tun wollte, aber nicht konnte. ENDLICH ist nun die Zeit gekommen, wo das anders aussieht, ich Zeit ohne Ende habe und all die feinen Dinge genießen kann, die sich dort angesammelt haben.
Eins davon ist das Buch “Captivating” von John & Stasi Eldredge zu lesen, das ich vor langer Zeit zum Geburtstag bekommen habe (wer Interesse am Buch in Deutsch hat: es trägt die typisch misslungene Übersetzung “Weißt du nicht wie schön du bist?”. Immer wieder kriegen die deutschen Verlage es hin einen wunderbar, bedeutungsgeladenen Titel in irgendwas absurdes und in diesem Fall sinnkonträres zu verkrotzen!).
Ein Gedanke daraus, der mir gut gefällt: Die Frau ist dir Krone der Schöpfung Gottes. In Genesis kann man nachlesen wie Gott nach und nach Licht, Himmel, Erde und Meer, Pflanzen, Sterne, Tiere und schließlich den Menschen schöpft (Gen 1,1-31). Man sieht eine deutliche Weiterentwicklung, von den groben Voraussetzungen für’s Leben, hin zum Leben selbst in Pflanzen, Tieren, dem Mann und schließlich als i-Tüpfelchen der Frau.
Am Ende jedes Tages betrachtete Gott sein Werk und “hatte Freude daran, denn es war gut” (Gen 1,10, 12, 18, 21, 25). Bemerkenswert daran ist, dass Gott erst mal nur den Mann schuf, sein Werk betrachtete und es für “nicht gut” empfand (Gen, 2,18). Das ist doch krass, oder? All die wunderbaren Dinge, die Gott hergestellt hat, inklusive (männlichen) Menschen sind “nicht gut” ohne uns Frauen. Die Frau musste geschaffen werden, damit die Schöpfung tatsächlich “gut” wurde. Wir wurden erfunden und geschaffen um der Schöpfung den letzten Schliff zu geben, wir sind die Krone der Schöpfung!
Da läuft man doch mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein durch den Tag :-)

Zukunftsgedanken

…sind in Zeiten, in denen die Gegenwart sehr herausfordernd ist, etwas sehr nettes :-)

Doch meine Zukunftsgedanken drehen sich (trotz scheinbar nicht endendem Gelerne) nicht nur um Urlaub, Freiheit und Faulenzen. Der nahende Uniabschluss bringt mich auch dazu nachzudenken, wie ich mein Leben überhaupt gestalten will. Da kommen mir dann einzelne konkrete Dinge in den Kopf wie ein Leben in einem warmen Land, Träume wie ein Cafe zu eröffnen, aber auch generelle Wünsche zu Umständen, die das Leben schön machen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass man wahrscheinlich fast überall glücklich sein kann wenn man a) Menschen um einen hat, die man mag und mit denen man seinen Alltag teilen kann und b) eine Aufgabe hat, die einen erfüllt.
So sehr ich meine Freunde hier vermissen würde, denke ich, dass man nette Menschen überall auf der Welt kennenlernen kann. Das ist also keine Einschränkung bezüglich eines zukünftigen Domizils.
Dann bleibt der Punkt mit der erfüllenden Aufgabe. Mein Problem damit ist vor allem, dass ich selbst nach 5 Jahren Studium immer noch nicht weiß, was diese Aufgabe werden soll. Es ist nicht so, dass ich keine Ideen habe was mir Spaß machen könnte. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Liste, die ich vor einiger Zeit gestartet habe, mit meinen potentiellen Karrieren, ist inzwischen über eine halbe Seite lang (und reicht von Weddingplanner über Autorin bis Unternehmensberaterin. Ich bin einfach zu vielseitig begabt ;-) Auch jetzt bei den Vorbereitungen der Abschlussprüfungen merke ich, dass ich mich einfach für alles begeistern kann. Internationale Personalentwicklung war ein total spannendes Thema, in das ich mich während der Magisterarbeit vertieft habe. Aber auch englische Literatur war total interessant und die angebotene Doktorarbeit in dem Feld hätte mir wahrscheinlich total viel Spaß gemacht. Dann war da noch Personal und Marketing in BWL, was auch zwei spannende Themen sind, in denen ich aufgehen könnte. Und nun die pädagogischen Themen Postkolonialismus, Antirassismus und Migrationsgesellschaft, die nicht nur aktuell sind, sondern meine gewohnten Denkweisen immer wieder herausfordern und so das Lernen total interessant machen… Und wofür soll ich mich dann letzlich entscheiden?
Man hört ja immer wieder, dass die wenigsten Menschen in dem Beruf arbeiten, den sie gelernt haben und dass Quereinsteigertum und Karrierewechsel immer normaler werden. Aber irgendwie wär es doch auch ein schönes Gefühl zu wissen, was ich überhaupt will und wo das in ein paar Jahren enden wird.
Vermutlich muss man in diesem, wie in so vielen anderen Hinsichten, einfach geduldig sein und schauen, was die Zukunft für einen bringt. Ich denke ich werde mir nach dem Studium ein wenig Zeit gönnen in der ich darüber nachdenken und ausprobieren kann, was von den vielen Möglichkeiten wohl die ist, die mich gerade erfüllt. Und wenn sich das irgendwann ändern sollte muss ich dann halt schauen, was als nächstes dran ist.
Wie ging doch die alte Bauernregel: Geduld, Vernunft und Hafergrütze, die sind zu allen Dingen nütze :-)

Ein neuer Thron

Zur Zeit verbringe ich den größten Teil meines Tages am Schreibtisch. Die beiden Personalvorlesungen sind durchlernt und nun bin ich beim Marketing gelandet, dem zweiten Teil meiner Vertiefung.
Ein bisschen habe ich mir ja schon leid getan in der letzten Zeit, vor allem weil neben dem Lernen kaum noch Zeit für schöne Dinge übrig blieb. Bei einem Telefonat mit Saskia hat diese mir dann ordentlich auf die Finger gehauen und mir bewusst gemacht wie blöd meine Einstellung dem Leben gegenüber gerade ist. Diese Augen-zu-und-durch-Mentalität führt nur dazu, dass ich die Lernzeit wirklich nur gerade so ertragen kann. Ich versuch ja nicht einmal sie schön zu machen oder das Gute in ihr zu sehen. Deshalb teste ich nun eine neue Einstellung dem Lernen und Lernleben gegenüber. Ich versuche die Zeit bewusster zu erleben, die weniger schönen Dinge wie das Lernen selbst und das Zittern vor den Prüfungen, denn darauf habe ich schließlich meine ganze Studienzeit hingelebt. Aber eben auch die schönen Dinge – und die passieren nunmal leider meistens nicht von selbst. Also plane ich kleine Schönigkeiten in den Tag ein und denke abends darüber nach, wofür ich dankbar sein kann. Klappt eigentlich ganz gut.
Im Zuge dessen habe ich beschlossen, dass meine direkte Umgebung, in der ich mich zur Zeit am häufigsten tummle, ein Make-over verdient hat. Der Schreibtischstuhl als mein treuster Unterstützer in dieser harten Zeit durfte als erster daran glauben:

Vorher Nachher
stuhl vorher stuhl nachher

Da unser Schlafzimmer ja tanzania-style eingerichtet ist, habe ich als neuen Stoffbezug für den Stuhl eine Kanga aus Tansania verwendet. Das ist ein Stück Stoff, das die Frauen dort als Allroundtalent verwenden (Rock, Shirt, Kleid, Haarband, Kopfpolster beim Sachen-auf-dem-Kopf-tragen, Tischdecke, Vorhang,…).
Da lernt es sich doch gleich viel tansanischer :-)

In Schal/Schale geworfen…

…hat sich heute unsere Schrankwand.

schalwand

Nachdem das ewige Lernen (zur Zeit für die Wirtschaftprüfung Ende Juni) etwas monoton wurde war ich auf der Suche nach einem ermunterndem Farbklecks in meinem Leben und bin im Chaos meiner Schalsammlung fündig geworden. Zusammengeknüllt in einen großen Haufen ist mir nie bewusst gewesen, wieviele Schals ich besitze. Umwerfend. In all dieser neu gefundenen Schalordnung wär dann jetzt vielleicht auch der richtige Zeitpunkt um mal anzufangen, Schals zu tragen :-) Passt ja zu meinem neugefundenen Modehobby…

Ansonsten bleibt das Leben aber leider ziemlich monoton. Lernen, lernen, lernen. Und nebenbei hat mich die Debbie zu einem Gilmore Girls-Junkie gemacht. Eine nette, aber gefährliche Alternativbeschäftigung zum Lernen!

Der Sommer kann kommen

Soeben habe ich mein erstes Nähprojekt für diesen Sommer vollendet, ein luftiges Oberteil mit Riesenschleife.

top w pants top w shorts

Dieses Schnittmuster aus einer der letzten Brigitte Zeitschriften kann auch als Kleid genäht werden (man lässt unten halt noch mehr Stoff dran) und das war auch mein ursprünglicher Plan. Im Stoff-Lagerverkauf in Mörfelden hat mich ein Stoff geradezu angeschrien, dass er gerne mein neues Sommerkleid werden möchte. Bevor aber irgendetwas falsch läuft und ich am Ende den schönen Stoff zerschneide (wie ich das z.B. vorgestern mit einem wunderschönen Stoff von der Debbie gemacht habe, sorry nochmal!), dachte ich, ich übe das ganze erstmal an einem alten Stück Stoff. Dieser gestreifte Seersucker-mäßige Stoffrest lag eh schon ewig bei mir rum (ich glaube ich habe ihn von meiner Oma geerbt) und macht jetzt, wie ich finde, ein ausgesprochen nettes Sommeroberteil. Somit kann ich mich also auch an das Kleid wagen. Das Schnittmuster ist wirklich super simpel und stellt damit eine herrliche Abwechslung dar zu dem Vogue-Schnittmuster, das Debbie und ich uns letztes Jahr gekauft haben. Ich hatte mir daraus im Oktober ein rotes Seidenkleid genäht (und dabei abwechselnd geflucht und gebetet), Debbie arbeitet gerade an einer etwas abgeänderten Version des Kleides in türkis.
Was mich riesig freut ist, dass ich mein altes Hobbie endlich wieder aufgegriffen habe. Mit nähen angefangen habe ich als ich ungefähr 10 war. Damals habe ich noch per Hand alte Flicken zusammengenäht um endlich eine Schlaghose zu haben, wie all die anderen Mädchen in der Schule :-) Irgendwann haben mir meine Eltern dann eine Nähmaschine gekauft und zum Abi dann nochmal eine Luxusversion einer Nähmaschine. Vielleicht war ich davon irgendwie eingeschüchtert, jedenfalls habe ich so ziemlich zeitgleich damit aufgehört zu nähen (bis auf ein paar Reperaturarbeiten, die für mich nicht zum “nähen” zählen und übrigens auch überhaupt keinen Spaß machen). In den letzten Monaten war ich ja verstärkt auf Hobbysuche und bin so auch wieder zum nähen gekommen. Im Internet finde ich jetzt immer mehr Fashion- und Streetstyleblogs, die mich total inspirieren und mir gezeigt haben, dass Mode nichts hochnäsiges und teures sein muss, sondern der Spaß am Kombinieren im Vordergrund stehen kann. Es geht nicht drum ständig das neuste und teuerste einzukaufen, sondern mit dem was man hat und selbstmachen kann kreativ umzugehen und so verschiede Stile zu erreichen. Somit habe ich unter diesem Thema gleich eine Reihe von Hobbies gefunden: Fashionblogs lesen, meinen Schrank neu kennenlernen und umsortieren (weil mir sortieren und ordnen schon immer Spaß macht), basteln/scrappen von meiner Stilsammlung zur alltäglichen Inspiration, Outfits designen, nähen, shoppen…
:-)
Damit hat die Suche nach Hobbies jedoch noch kein Ende. Einzig bewiesen hat sich der Spruch “Wer suchet der findet”. Und mehr finden wär ja auch nicht schlecht. Zu viele Hobbies kann man nicht haben, oder?

Basteltag

Vor unserer Abreise nach Amerika hab ich grade noch die Krippenfiguren auf den Dachboden gestellt, jetzt sind wir wieder hier und die Ostergefühle fangen schon an. Weil ich ja auf der Suche nach neuen Hobbies aufs Basteln gekommen bin, wollte ich ein bissi Osterdeko basteln. Und weil solche Dinge mit Freunden zusammen meistens noch mehr Spaß machen, hab ich ein paar Leute zum Bastelnachmittag eingeladen. Ganz schlau hab ich mir dabei diejenigen rausgepickt, die am meisten mit diesem Metier vertraut sind (um mich von der freien Kreativität inspirieren zu lassen, sowie mir die wichtigsten Kniffe abzugucken :-) – Kinder. Ich habe also meine Nichten und mein Patenkind (jeweils mit mütterlichem Anhang) eingeladen und habe heute den Nachmittag mit ihnen verbastelt. Fazit: basteln macht Spaß, aber mit Kindern kommt man nicht zum basteln. Es ist doch einfach wesentlich unkomplizierter sich abends eine gemütliche Runde mit Pappmaschee, Akrylfarben und Glitzerpuder zu machen. Und die Resultate werdens einem auch danken :-)
Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Ich mag basteln wirklich gerne. Deshalb freut es mich umsomehr, dass ich zum Geburtstag alle möglichen Utensilien dafür bekommen habe. Jetzt kann ich mich also austoben (so weit das am Schreibtisch halt möglich ist…).
Mein letztes Bastelprojekt war übrigens schon gleich ziemlich anspruchsvoll. Ich sollte ein ansprechendes Kistchen designen und herstellen, in dem wir Olis Produkt auf der Messe ausstellen könnten. Da hat ich mir als Hobbiebastlerin natürlich gleich den richtigen Klienten ausgesucht – meinen anspruchsvollen Mann (und Oli ist in solchen Dingen tatsächlich schwer zufriedenzustellen). Aber nach stundenlangem Rumprobieren und Grübeln – ich kam tatsächlich recht nah ans Kopf zerbrechen ran – bin ich bei einer Lösung gelandet, mit der alle glücklich waren: ich, Oli und auch die Messebesucher.
Hier ein Bild von der Bastelvorlage (die wir von Olis Laser haben schneiden lassen) und dem vollendeten Kästchen.

unleashed-box1

Der Clou ist die rote Lasche, auf der das Gerät sitzt. Sie ist nämlich so geknickt und an den Deckel festgeklebt, dass einem das Modul entgegengehoben wird wenn man das Kästchen öffnet (ok, ich gebs zu, das war Olis Idee :-)

Ein weiteres, laufendes Bastelprojekt ist mein Klamottenbuch. Darin sammel ich verschiede Outfits und Styles, die mir gut gefallen. Je ein Outfit hat eine Seite, die ich individuell zusammenstelle und somit hab ich auf jeder Seite eine neue Chance, unterschiedliche Bastelutensilien und -techniken auszuprobieren. Ich muss nur immer aufpassen, dass meine hohen Ansprüche mir nicht den Spaß an der Sache verderben. Aber mit der Zeit wird man ja meistens besser, sodass irgendwann sogar meine Ansprüche beschämt schweigen müssten…

Weihnachten im Warmen…

…ist zwar größtenteils nicht sehr weihnachtlich, aber trotzdem sehr schön. Für mich jedenfalls. Kann ich nach dem letzten Weihnachten, was ja im Warmen war, für mich sagen.
Es ist zwar schön, an Weihnachten im Schnee rumzustapfen, verfroren nach Hause zu kommen und es sich mit einem fetten Schmöker mit ner Tasse Kakao vorm Ofen gemütlich zu machen, aber 1. hab ich das in Darmstadt eh nicht (Dank sei der Erderwärmung, die es hier so warm macht, dass es nicht mehr schneit, aber nicht warm genug, dass man sich wohl fühlen könnte), und 2. scheint Weihnachten jedes Jahr schneller wieder vor der Tür zu stehen, da ist es nicht so schlimm wenn man es ab und zu einfach mal ignoriert und/oder ausfallen lässt. Naja, find ich jedenfalls. Frag mal nen weihnachtbegeisterten Ami, der würd dir da wahrscheinlich was ganz anderes sagen (ich hatte in Amerika eine Freundin, die fand Weihnachten so toll, dass sie ihren Keller das ganze Jahr über weihnachtlich geschmückt hatte und immer runter ging um sich darüber zu freuen…).
Also, ich fands jedenfalls toll. Es war eine perfekte Mischung aus Sommerurlaub und Weihnachtsferien (bis auf die Zeiten, zu denen ich arbeiten musste, was leider nicht all zu selten war. Die haben dann zu Urlaub und Ferien nicht ganz so gut gepasst). Weihnachtlich hatten wir es auch ab und zu, auch wenn es vielleicht nicht immer das typisch-traditionell Weihnachtliche war. Hier ein paar Beweisfotos von weihnachtlichen Momenten:

Jazz-Weihnachtskonzert im Irish Pub
jazzcarols

Carolsinging im Yachtclub (einige Kinder aus einem Waisenhaus haben ein Lied vorgesungen)
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Den Weihnachtsmann gibt’s auch in Afrika (oder seinen schwarzen Bruder :-).
santa

Sogar einen Weihnachtsbaum hatten wir. Oli hat bei einer Palme aus dem Garten den Blütenstand abgeschnitten. Der hat kopfüber und geschmückt einen sehr schönen Weihnachtsbaum abgegeben.
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Man kann aber nicht nur die Weihnachtlichkeit genießen, sondern gleichzeitig Sonne, Meer und Strand. Und die sind echt nicht zu verachten. Am 24. haben wir zu zweit einen Ausflug auf eine kleine Insel vor Dar es Salaam gemacht. Beim Sonnen und Schnorcheln kann man sich wirklich bestens auf die weihnachtliche Aufregung des heilgen Abends vorbereiten.
boat

Oli konnte dort auch endlich ausgiebig das Unterwassergehäuse testen, das er sich kurz vorher auf Ebay gakauft und an seine Kamera angepasst hatte. Es war alles dicht. Ein Glück, sonst wär’s kein schönes Weihnachten geworden!
swimming

Ja, so schön kann das Leben sein. Und jetzt sind wir wieder hier, zurück in Deutschland. Im Land des Luxus, der Ordentlichkeit und des geregelten Lebens. Hier wo nicht nur das Wetter, sondern auch die Mienen der Menschen Kälte ausstrahlen. Und ich schließe mich da nicht aus. Ich merke immer wieder, wie sehr ich mich anstecken lasse und so schnell selbst wieder griesgrämig rumschlurfe. Aber ganz ehrlich ist es auch wirklich schwer, dagegen anzukämpfen. Diese ganze “Du bis Deutschland” Aktion war ja schon interessant, aber es braucht so unwahrscheinlich viel Kraft immer wieder “Tropen auf dem heißen Stein” zu spielen. Und die Kraft hab ich oft nicht, also bis ich nur ein weiteres Stück Kohle, das den Stein noch heißer macht (ich merke, diese Metapher ist sehr begrenzt. Vor allem wo Hitze ja eigentlich was Positives ist und hier das Negative versinnbildlicht. Hmm, mir fällt aber grad nix besseres ein. Ich hoffe ihr versteht mich trotzdem). Ich finde mich grad sehr oft in dem Gedankengang, dass ich mich wundere, warum ich überhaupt hier lebe. Immerhin leben wir in einer Zeit und Welt, in der sich jeder (zumindest jeder Deutsche) entscheiden kann, wo er sein Leben verbringen möchte. Deshalb finde ich, sollte man sich da auch wirklich Gedanken drüber machen und nicht automatisch annehmen dass nur weil man hier geboren ist, man auch hier sterben sollte. Ich weiß, dass Deutschland unwahrscheinlich viele Vorzüge hat. Jedes Mal wenn wir aus Tansania zurück kommen bemerke ich dieses auf ein Neues und freue mich auch über Vieles. Aber trotzdem fällt es mir doch jedes Mal schwerer, mich hier einzuleben, als auf dem Hinweg in Tansania. Annehmlichkeiten wie zuverlässiger Strom, Sauberkeit auf den Straßen, Häuser bei denen man sicher sein kann, dass sie nicht über einem zusammenbrechen und einen begraben werden, alles schön und gut. Aber verglichen mit der Freiheit, die man gewinnt wenn der Lebensraum nicht auf vier Wände begrenzt ist, weil man sich problemlos draußen aufhalten kann ohne den Gefriertod fürchten zu müssen, werden diese Annehmlichkeiten belanglos. Es ist nicht einfach nur schön wenn es warm ist. Es bringt so viel mehr mit sich. Ich könnte hier ja auch raus und spazieren gehen, mich mit Leuten in der Stadt verabreden, Dinge unternehmen. Ich müsste mich halt dick eipacken. Aber ich mache es nicht, ich glaube weil es so mühsam ist. Es geht ja auch ohne. Der nächste Sommer kommt bestimmt und Freunde kann man auch anrufen… Die Wärme draußen ermöglicht ein ganz anderes Leben mit der Freiheit jederzeit alles überall machen zu können. Und ich merke wie wichtig mir das ist. Wenn ich in Tansania aus dem Flugzeug steige und die Hitze des Rollfelds mir fast die Hose an den Beinen hochrollt, habe ich das Gefühl, dass sich alles entkrampft, dass ich endlich wieder loslassen und leben kann. Ich fühl mich endlich richtig wohl.
Irgendwie macht mir das aber Angst. Denn auf lange Sicht bedeutet das ja, dass ich eigentlich nicht in Deutschland leben will. Und das ist unheimlich. Weil es einen ziemlich langen Rattenschwanz an Auswirkungen mit sich bringt. Wo will ich denn hin wenn weg von hier? Was ist mit meinen Freunden und meiner Familie? Will ich meine Zelte hier wirklich komplett abbrechen? Meine Kinder später im “Ausland” (das ja dann wohl Heimat wäre) großziehen, wären die dann gar keine Deutschen und fänden es komisch, dass ihre Mama in Deutschland aufgewachsen ist? Findet man wo Neues wirklich wieder Anschluss? Weil ohne Freunde kann es noch so warm sein, dann ist das Leben auch blöd. Irgendwie ziemlich unheimliche Gedanken. Und doch will ich sie denken, denn wenn ich das nicht tue, sitz ich in 20 Jahren immernoch hier weil ich mich nicht getraut habe einfach zu gehen.
Ein paar Leute mit denen ich schon darüber geredet habe meinten, ich sei doch noch jung und soll einfach ein bisschen reisen, ein paar Länder kenenlernen und gucken wo es mir gefällt. Vielleicht komm ich ja irgendwann wo hin und spüre, dass sich das richtig anfühlt. Das will ich auf alle Fälle tun und unser nächster Urlaub wird zeigen, ob Kalifornien nicht so ein Ort sein könnte. Bin sehr gespannt drauf, man hört ja viel Gutes…
Außerdem werd ich oft darauf hingewiesen, dass selbst ein Umzug ja nicht auf ewig sein muss. Man kann ja auch für ein paar Jahre weg ziehen und dann wieder zurück kommen. Ist auch wahr, aber ich glaub mein Problem damit ist, dass ein Teil von mir (und das ist ein nicht all zu kleiner Teil) immer alles fertig denken und planen will. Dieser Teil gibt sich nicht damit zufrieden, dass ich nicht weiß ob das ein Umzug für immer ist. Diese Ungewissheit ist so schwer zu ertragen. Komisch, dabei ist doch eigentlich das ganze Leben ungewiss. Hmm, weiß auch nicht warum das so ist, aber ich merk, dass mich das darüber Nachdenken ganz kribbelig macht. Man kann halt nicht in die Zukunft sehen, und alles durchgeplant zu haben wär ja auch langweilig. Aber so ein bissi “es wird schon alles gut werden” würd halt auch gut tun.
Und das bringt mich dann jedesmal wieder zum gleichen Punkt: ein Glück dass ich weiß, dass es tatsächlich alles gut werden wird. Selbst wenn ich nicht im Voraus weiß wohin der Weg geht. Weil ich Vertrauen haben kann, dass Gott auf dem ganzen Weg dabei sein wird. Das nimmt die Kribbeligkeit zwar nicht weg, aber immerhin die Panik davor, dass alles schief gehen könnte. Denn selbst ein kribbeliger Weg ist mit Gott ein guter Weg.
Eine – ja, genau – kribbelige Sophia

Der Kampf

Ohhhh, wie bin ich so genervt! Genervt von dem, wie sich gerade mein Leben darstellt; nämlich als andauernder Kampf mit den Büchern, mit meiner (mangelnden) Konzentration, meiner Lustlosigkeit, meiner Traurigkeit über diese Situation und mit der Verzweiflung ob der scheinbaren Ausweglosigkeit. Noch nie habe ich so gekämpft. Denn noch nie war es nötig in diesem Ausmaß mit einer Arbeit zu kämpfen. Zu behaupten, dass meine vorherigen Seminararbeiten mir Spaß bereitet hätten, wäre eine unverschämte Lüge. Aber diese Magisterarbeit übertrifft alles bisher erlebte bei weitem.

Und das traurigste daran ist, dass ich mich doch auf sie gefreut habe. Endlich einmal hinreichend viel Zeit um ein Thema ausführlich zu bearbeiten, auch noch ein Thema, das man sich vorher selbst nach Interesse aussuchen konnte. Ich habe mich wirklich drauf gefreut. Und jetzt dieser Kampf. Wirklich traurig. Jede einzelne Schlacht stellt eine neue Herausforderung dar. Zusätzlich das ungute Gefühl, dass der Krieg noch lange nicht gewonnen ist. Und außerdem ist Frieden doch viel schöner als Krieg.

Ach, es ist ein Trauerspiel.

Was mich von Tag zu Tag rettet sind Zeiten, in denen ich mein Gehirn abschalten kann und sich so der Gedanke an Unschönes verdrängen lässt (schlafen und Filme gucken sind da meine Fluchtwege).

Und: Schönigkeiten, die das Schreckliche für eine Weile in den Hintergrund stellen. Zur Zeit ist das eine wunderschöne Blume, die mir die liebe Christiane geschenkt hat. Im gemütlichen Licht einer Kerze bietet sie mir eine kleine Oase des Friedens, in der die Welt in Ordnung ist. Da flüchte ich mich also immer wieder hin, tanke ein bissi “die-Welt-ist-in-Ordnung-Gefühl” und stärke mich für die nächste Schlacht. Mein derzeitiger Alltag…

Stolze Pateneltern

Seit Samstag sind wir offiziell Pateneltern des tollsten Kerls der kommenden Generation: Benico (hier schon ganz brav in den Fußstapfen seines Patenonkels).

Da dem Kleinen unsere Glückwünsche wahrscheinlich noch nicht besonder viel bedeuten, musste ein Geschenk her. Die werte Mama, die natürlich tiefsten Einblick in die Seele und die darin verborgenen Wünsche des Sohnemanns hat, stand gerne mit Rat zur Seite: eine Puppe wünscht er sich. Mit Klimperaugen! Soso, interessant.
Nun gut, ich machte mich also auf in die Stadt auf der Suche nach einer maskulinen Klimperaugenpuppe. Doch, wer hätte es erwartet, alle Puppen, inklusive Kleidung, Accessoires und Verpackung sind in zartrosa bis grellpink getaucht. Von wegen Gleichberechtigung und gender equality…
Um unseren lieben Patensohn (sagt man das eigentlich? Hört sich so komisch an) nicht sein junges Herz zu brechen, hab ich mich also für eine herzallerliebst rosige Badepuppe entschieden. Um jedoch später nicht in die Verantwortung für etwaige Geschlechtsverwirrungen gezogen werden zu können, habe ich mich noch an die Nähmaschine gesetzt und aus dem Kitschmonster einen coolen Hawaiiboy gemacht.

Vorher Nachher

Sportklettern

Im Zuge meiner Suche eines Hobbies (oder – weil ich dieses Wort irgendwie nicht verstehe und mag – im Zuge der Suche von Dingen, die mir Spaß machen und zum Ausgleich meines strapaziösen Lebens geeignet sind) bin ich über das Angebot des Hochschulsports gestolpert. Meine bisherigen Erlebnisse mit diesem Verein waren nicht gerade positiv. Ich erinnerne mich da dunkel an eine Halle von schwitzenden, wabbelnden Fleischmassen, die gequält versuchten dem hektischen Tempo einer überambitionierter Sportstudentin beim Aerobic zu folgen. Kein Wunder bin ich nach und nach zum Sporthasser mutiert.
Dieses ist nun ja mein letztes Semester als eingeschriebener Student (und damit mein letztes bei dem ich von den, wenn schon schrecklichen, dann doch für meine Spezies zumindest meist kostenlosen Angeboten, profitieren kann). Ich habe mich also entschlossen dem ganzen noch eine Chance zu geben und bin während des Streifzugs durch das breite und abschreckende Angebot doch tatsächlich zu einem Kurs gekommen, der mich interessiert: Sportklettern. Das habe ich einmal auf dem Freakstock an einer Kletterwand ausprobiert und ich muss sagen es ist ein wahrhaft erhabenes Gefühl, durch eigene Kraft und Geschick 5 Meter hoch zu kommen und von dort über die Welt hinweg zu blicken. Deshalb habe ich mich überwunden und soeben meine Anmeldung zu diesem Kurs abgeschickt. 30 Euro für das Wochenende 29./30.11. und einen ausführlichen Überblick über die Sportart, inklusive Anleitung zu Aufwärmtraining, Trainingsplänen und vielem mehr (geklettert wird natürlich auch).
Es gibt in Darmstadt und Umgebung einige Möglichkeiten, wo man an natürlichen und künstlichen Kletterwänden seinen Sportwut austoben kann und somit ist dies wirklich eine Sportart mit Zukunft. Ich freu mich drauf und auch darüber, dass ich das nun endlich in Angriff nehme. Das besagte Freakstock liegt nämlich schon einige Jahre zurück und schon damals hatte ich mir vorgenommen, das weiter zu verfolgen.
Und es wird ein weiterer Punkt in meiner Liste von Dingen, die ich nicht kann und trotzdem tue (ein anderer Punkt, auf den ich besonders stolz bin, ist übrigens keine tatsächliche Liste zu führen mit den Dingen, die ich nicht kann und trotzdem tue. Keine Listen führen ist nämlich wirklich etwas, das ich nicht gut kann :-).

Vielleicht hat ja jemand Lust mit mir diesem Kurs zu machen (Kosten für Studenten 30 Euro, für “Normale” 45 Euro)? Gemeinsam machts bestimmt noch mehr Spaß und dann könnte man hieterher auch unabhängig von dem Kurs zusammen klettern gehen. Mehr Infos und Anmeldungsunterlagen gibt es hier.

Verschönerung

War mal wieder Zeit an der Wohnung weiter zu arbeiten. Da Wallsticker zu teuer sind und selbst machen eh viel mehr Spaß macht, hab ich mir ein paar Spatzen in die Wohnung gemalt. Damit sie nicht bis zur Erschöpfung flattern müssen, dürfen sie sich auf den Telefonmasten ausruhen. Das tun wir Spatzen schließlich gern :-)

Übrigens hab ich nun endlich (nach 2 Monaten Hin und Her, inklusive 4 verworfenen Konzepten und zerrissenen Nerven) mein Thema für die Magisterarbeit. Und gestern habe ich auf der “richtigen” arbeit endlich eigene Aufgaben bekommen. Das Arbeiten kann nun also anfangen. Ich hoffe es wird gut.

Schönes Wochenende wünscht: Sophia

Nähen

Heute hab ich seit ewiger Zeit mal wieder genäht. Und es hat richtig Spaß gemacht. Früher war das eins meiner liebsten Hobbies, dann hab ich zum Abi sogar eine richtig gute Nähmaschine von meinen Eltern bekommen (eine Husqvarna, wie Olis Motorrad :-). Aber irgendwie hab ich seitdem eine Nähhemmung, ich glaube ich habe mit der tollen Maschine zu hohe Ansprüche daran, wie toll jetzt alles aussehen müsste. Und dann lass ich’s lieber gleich. Doof, aber typisch für mich.
Naja, jetzt hab ich mich also überwunden und für das Wunderland (diesen wunderlichen Namen hat unser Kondergottesdienstprogramm) zwei Kostüme genäht. Elijah und Nebukadnezar.

Damit ist nun auch offiziell mein Urlaub eingeläutet. Aus den 2 Wochen arbeiten habe ich keine großen Erkenntnisse ziehen können, da ich eigentlich nicht gearbeitet habe. Es gab so wenig zu tun, dass ich 4 der 10 Tage zu Hause bleiben durfte und die restliche Zeit an meinem Schreibtisch Bücher und Zeitungen durchgeblättert habe. Das entspricht zwar tatsächlich dem Arbeitspensum des ein oder anderen Angestellten, sagt aber nichts zu dem arbeitsleben aus, das ich erkunden wollte. Deshalb werden die Erkenntnisse wohl erst nächsten Monat kommen, wenn ich aus Griechenland zurück bin und dann bei Döhler halbtags arbeite (mir wurde versichert, dass ich dann auch tatsächlich arbeiten würde. Grad ist halt so ein Sommerloch).
Gut, dann habe ich jetzt erstsmal genug genäht, genug geschrieben und geh mal duschen (wasse Hitz!) und dann den Flo befeiern (Happy Birthday auch von hier!).
Sophia